Jedes Kind soll einen Schulplatz haben! SPD und Köwi stellen Dringlichkeitsantrag zur Stadtratssitzung

Die Ratsfraktionen von SPD und der Königswinterer Wählerinitiative wollen im Stadtrat einen letzten Versuch unternehmen, den sechsten Zug für den Jahrgang 2017/2018 an der Gesamtschule zu realisieren. Per Dringlichkeitsantrag soll die Verwaltung aufgefordert werden, die Sechszügigkeit bei der Bezirksregierung zu beantragen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Kusserow sieht in der Beratung im Stadtrat eine Chance, die Situation in der Gesamtschule nach der Auswertung der Diskussion des Schulausschusses neu zu bewerten: „Die Fraktionen hatten nur wenig Zeit sich auf die Diskussion im Schulausschuss vorzubereiten, darunter hat sicherlich teilweise auch die Vorbereitung auf die inhaltliche Auseinandersetzung gelitten. So waren beispielsweise im Vorfeld der Sitzung nicht klar, ob eine Sechszügigkeit ohne weiteres in den bestehenden Klassenräumen darstellbar ist. Da war die klare positive Stellungnahme des Schulleiters in der Sitzung für uns eine entscheidende Information. Bedauerlicherweise waren da aber die Koalitionsfraktionen in ihren Positionen bereits festgelegt.“ Ähnlich sieht das KöWI-Fraktionsvorsitzender Lutz Wagner: „Für uns bleibt auch nach der Schulaussitzung unklar, wie mit den Kindern aus den Wohnheimen im Stadtgebiet, den Flüchtlingskindern und Zuzüglern umgegangen werden soll. Mit der Sechszügigkeit können wir sowohl die auch aus unserer Sicht wichtige Leistungsheterogenität soweit wie möglich gewährleisten und trotzdem allen Kindern einen Platz an unserer Schule anbieten.“

Einig sind sich die beiden Fraktionsvorsitzenden auch in der mittelfristigen Zielsetzung. „Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, die es ermöglichen, dass jedes Königswinterer Kind einen Platz an einer Königswinterer Schule erhält und dies bei pädagogisch sinnvollen Klassengrößen. So erhalten wir auch ein gutes Fundament für die Bildung einer zukünftigen Oberstufe mit einer angemessenen Differenzierungsmöglichkeit“, so Kusserow weiter. Wagner hält es für falsch, den erfreulich großen Zuspruch für die Gesamtschule durch eine falsche schulpolitische Entscheidung auszubremsen: „Wir wollen den Schulstandort Oberpleis mit dem Gymnasium und der Gesamtschule insgesamt stärken. Denn gerade vor dem Hintergrund des regionalen Wettbewerbs um den Zuzug junger Familien ist dies ein wichtiger struktureller Standortfaktor“.
Auch bestünde trotz der Ausweisung neuer Siedlungsflächen nicht die Gefahr, dass sich die Gesamtschule zu einem Moloch entwickelt. Dies verhindere allein schon die demographische Entwicklung.


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